VfH - Rhein-Main-Taunus

Ausgelastete Hunde sind zufriedene Hunde

Warum riechen Hunde am Po von Menschen und Tieren?

Hunde lieben es, am Po von Menschen und Artgenossen zu riechen. Aber warum machen sie das eigentlich? Um das zu verstehen, müssen wir uns mit dem Geruchssinn und dem Sozialverhalten von Hunden auseinandersetzen.

Menschen und Hunde haben oftmals unterschiedliche Vorstellungen davon, was höflich ist und was nicht. Für Hunde gehört es zum guten Ton, einander am Po zu riechen, und deswegen tun sie das auch bei uns Zweibeinern. Als Mensch empfindet man es hingegen als unangenehm und ist peinlich berührt, wenn plötzlich eine kalte Hundeschnauze im Intimbereich landet. Was steckt hinter diesem Verhalten?

 

Sozialverhalten: Warum Hunde einander am Po riechen
Im Grunde lässt sich das gegenseitige Poposchnüffeln bei Hunden mit einer Begrüßung vergleichen. Während Menschen einander die Hand oder ein Küsschen geben und fragen, wie es dem anderen geht, riechen Hunde einfach am Hintern. Hunde haben nicht die Möglichkeit, ihre Artgenossen nach deren Befinden zu fragen. Sie kommunizieren wenig über Laute, aber viel über Körpersprache und Gerüche. Der Geruchssinn unserer Kaltschnäuzer ist zehntausendfach, wenn nicht sogar hunderttausendfach feiner als die menschliche Nase.

Über sogenannte Pheromone, Duftstoffe, die bei Hunden vor allem von den Analdrüsen am Allerwertesten ausgehen, erfahren die Vierbeiner wesentliche Informationen über ihren Artgenossen. Dabei hilft ihnen nicht nur ihre sensible Nase, sondern auch das sogenannte Jacobson-Organ oder Vomeronasales Organ. Es ist darauf spezialisiert, Pheromone wahrzunehmen. Hunde können riechen, welches Geschlecht ihr Gegenüber hat und wie es um seine Paarungsbereitschaft bestellt ist. Außerdem erschnuppern sie Informationen zur Gesundheit und Ernährung des anderen Tieres. Die Stimmung und der Gefühlszustand des Beschnüffelten lässt sich für Hunde ebenfalls an den Pheromonen "ablesen", die dessen Po ausströmt.

 

Warum schnuppern Hunde auch Menschen am Po und im Intimbereich?
Hunde können zwar bis zu einem gewissen Grad menschliche Kommunikation verstehen und sich anpassen. Aber sie bleiben trotzdem Hunde, mit instinktivem hündischen Verhalten. Wenn sie also Menschen am Po riechen oder im Intimbereich, möchten sie diese Person gern kennenlernen. An diesen Körperstellen duften wir am intensivsten. Vor allem, wenn Menschen komplexe Gerüche ausströmen, können viele Hunde einfach nicht widerstehen. Ihre Neugier besiegt in diesem Fall sämtliche Benimmregeln, die sie im Rahmen ihrer Erziehung gelernt haben.

Wie bei den Vierbeinern gibt es auch bei uns Menschen Momente in unserem Leben, in denen wir vielfältigere Duftstoffe aussenden als sonst. Wenn Frauen beispielsweise ihren Eisprung haben oder ihre Monatsblutung, riecht das für Hunde besonders spannend. Auch Schwangere und Frauen kurz nach der Entbindung strömen einen besonderen Geruch aus, den die Fellnasen wahrnehmen können. Gleiches gilt für Personen, die kürzlich Sex hatten, oder es mit der Intimhygiene nicht zu genau nehmen.

 

Hundenase hilft der Landwirtschaft.
Die Fähigkeit von Hunden, anhand der Pheromone im Intimbereich von Säugetieren ihre Paarungsbereitschaft zu erschnuppern, hilft der Landwirtschaft. Amerikanische Forscher fanden heraus, dass Hunde mit großer Zuverlässigkeit den Eisprung von Kühen erriechen können. Sie trainierten eine Reihe von Australian Shepherds, Bescheid zu geben, wenn die Kühe fruchtbar sind. Dies erleichtert den Farmern die Rinderzucht.


Wie Sie Ihrem Hund das Schnüffeln am Schritt fremder Leute abgewöhnen.
Leider empfinden viele Menschen es trotzdem als unangenehm, wenn Hunde an ihrem Po oder an ihren Geschlechtsteilen schnuppern. Daher kann es sinnvoll sein, Ihren Vierbeiner zumindest ansatzweise davon abzuhalten, fremden Personen am Intimbereich zu riechen. Ist Ihr Hund ein leidenschaftlicher Poposchnüffler, bleibt Ihnen zu Beginn nichts anderes übrig, als ihn an die Leine zu nehmen, wenn Besuch kommt oder wenn Sie unterwegs auf fremde Passanten treffen.

Gleichzeitig können Sie seinen Gehorsam mit Obedience Training verbessern. Wenn Besuch kommt, geben Sie Ihrem Hund das Kommando "Sitz" oder "Platz", bis Ihre Gäste angekommen sind. Während des Spaziergangs können Sie ihm das Kommando "Fuß" beibringen, damit er nicht ohne Ihre Erlaubnis fremde Menschen begrüßen geht.

 

(Quelle: einfachtierisch.de)

 

Copyright © 2017 VfH Rhein-Main-Taunus e.V.. Alle Rechte vorbehalten.
Joomla! ist freie, unter der GNU/GPL-Lizenz veröffentlichte Software.